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VoIP Adapter und Gateways

In der Welt der IP-Telefonie werden sämtliche Sprachinformationen digitalisiert übertragen. IP-Telefone und IP Telefonanlagen sind dabei vollständig im IT-Netzwerk integriert. Gespräche zwischen zwei Teilnehmern werden vollständig über eine aktive Internetverbindung gemanaged. Dennoch gibt es in vielen Unternehmen noch Geräte oder spezielle Telefonanschlüsse, die analoge Anschlüsse oder ISDN-Ports benötigen. Um diese Geräte an einer VoIP Telefonanlage zu betreiben, werden spezielle Adapter bzw. VoIP Gateways benötigt, die die Signale der jeweiligen Technologie (Analog, ISDN) in digitale Informationen umwandeln.

Arten und Typen von VoIP Gateways

VoIP Analog Adapter und Gateways

Mit einem VoIP Analog Adapter können, je nach Ausstattung des Geräts, ein oder mehrere analoge Endgeräte an einer VoIP-Telefonanlage registriert werden. Diese Geräte bestehen aus einem oder mehreren Analogports sowie einem LAN-Port. In der Fachsprache wird meist von einer ATA Box (Analog Terminal Adapter) gesprochen.

Die folgenden analogen Endgeräte werden häufig auch einer IP-Telefonanlage betrieben:

  • analoge Telefone
  • Faxgeräte und Multifunktionsdrucker mit Fax
  • Türsprechstellen mit a/b Schnittstelle
  • Frankiermaschinen

Der Anschluss eines analogen Endgerätes, wie z.B. einem Fax, an die Telefonanlage ist sehr einfach. Der RJ11-Anschluss des Faxgerätes wird in den Port der ATA-Box gesteckt, während die Box selbst per LAN-Kabel am Netzwerk angebunden ist. Das Gateway digitalisiert die analogen Daten des Faxgerätes und sendet sie schließlich über das Netzwerk an die Telefonanlage.

IP Analog Gateway
Die Rückseite eines VoIP-Analog Gateways (ATA-Box), an der zwei analoge Endgeräte angeschlossen werden können


Hersteller für Analog Gateways sind u.a. Cisco, Grandstream oder Beronet. Die Investionskosten sind je nach Hersteller und Anzahl der Ports recht unterschiedlich. Ein einfacher Wandler mit zwei analogen Anschlüssen liegt meist zwischen 35 und 60 EUR.

VoIP ISDN Gateways

Ein VoIP-ISDN Gateway wird benötigt, wenn Endgeräte oder Telefonanschlüsse vorhanden sind und mit einer VoIP-Telefonanlage weiterverwendet werden sollen. Als Endgeräte können ISDN-Telefone, ISDN-Telefonanlagen oder spezielle Faxserver (z.B. Tobit) in Betracht kommen. Schnittstellen im ISDN-Bereich werden in der Regel als S0-Port oder S0-Bus bezeichnet. Ein solcher Port verbindet die Endgeräte mit dem Netzabschlussgerät (NTBA)

Je nach dem was angeschlossen wird, werden zwei Betriebsarten unterschieden:

  • NT - Das Gateway wird am externen S0-Port der TK-Anlage angeschlossen und wird für den Anschluss von ISDN Telefonanschlüssen oder IP Telefonanschlüssen mit ISDN Signalisierung benötigt.
  • TE – Das Gateway wird am internen S0-Port angeschlossen und wird benötigt, um Endgeräte wie Telefone oder spezielle Faxgeräte anzusteuern

Soll z.B. ein ISDN Telefonanschluss an einer VoIP-Telefonanlage mit 4 S0-Ports (entspricht 8 Sprachkanälen) angeschlossen werden, so wird ein entsprechendes Gateway mit selber Portanzahl benötigt. Übrigens: Auch einige wenige IP Telefonanschlüsse benötigen einen ISDN Anschluss. Diese werden von den Providern meistens dann vertrieben, wenn eine ISDN-Telefonanlage an einem Voice-over-IP-Anschluss betrieben werden soll. Wird die ISDN-Telefonanlage später durch eine reine VoIP-Telefonanlage ersetzt, muss entweder der Vetrag mit dem Provider auf einen neuen Anschluss geändert oder ein Gateway zwischengeschalten werden. Eine mögliche Alternative wäre in dem Fall auch eine hybride Telefonanlage, die bereits die benötigten ISDN-Anschlüsse enthält.

Das Gateway ist über einen LAN-Port mit dem Netzwerk verbunden, so dass die Daten zwischen ISDN-Anschluss oder -endgerät mit der IP Telefonanlage ausgetauscht werden können. In der Telefonanlage werden die einzelnen Nebenstellen dann ganz normal als ISDN-Nebenstelle angelegt.

VoIP ISDN Gateway
Ein VoIP-ISDN Gateway von Patton mit zwei S0 (BRI)-Ports


Einige Router, z.B. Fritzbox, besitzen zwar ISDN-Ports, können jedoch nur begrenzt für den Betrieb an externen Telefonanlagen verwendet werden. Soll an die Fritzbox eine externe Telefonanlage angeschlossen werden, an der mehr als drei Sprachkanäle genutzt werden sollen, muss die Telefoniefunktion der Fritzbox deaktiviert werden. In Folge dessen, können die Ports nicht mehr verwendet werden.

VoIP ISDN Gateways sind verhältnismäßig teuer. Bei der Anschaffung sollte daher gut überlegt werden, ob es nicht eine modernere und zukunftssichere Lösung gibt. Gateways bei Herstellern wie Patton, Beronet oder Openvox liegen je nach Anzahl der S0-Ports zwischen 350 und 800 EUR.

VoIP PMX Gateways

Sollen IP basierte Telefonielösungen mit einem Primärmultiplex (PMX) bzw. S2M-Anschluss ausgestattet werden, wird eine hybride Anlage mit PMX-Anschluss oder ein separates VoIP PMX Gateway benötigt. Die Vorgehensweise ist äquivalent zu ISDN-Gateways.

Die Anschaffungskosten für PMX Gateways sind recht teuer und liegen oft bei über 1.000 EUR. Die Kosten steigen, je mehr PMX-Anschlüsse angebunden werden sollen.

GSM Gateways

GSM-Gateways sind Sonderfälle unter den Gateways. Diese Geräte werden benötigt, wenn ausgehende Gespräche einer Telefonanlage mit einer Mobilfunknummer geführt werden sollen. Dies ist z.B. notwendig, wenn ein Unternehmen viele Mitarbeiter mit Firmenhandys ausstattet. Werden die Mitarbeiter angerufen, können monatlich hohe Summen an Gesprächsgebühren auflaufen. Durch das Gateway können SIM-Karten mehrerer Provider eingesetzt werden, so dass sich Mobilfunkkosten einsparen lassen.

Das Gateway selbst verhält sich dadurch wie ein Mobiltelefon, dass mehrere kleine Ports für SIM-Karten enthält. Das GSM-Gateway ist wiederum durch ein LAN-Port mit der Telefonanlage verbunden. Für die Anlage ist jede einzelne SIM-Karte ein Sprachkanal, der gezielt gesteuert und angesprochen werden kann. Im Endeffekt ist es somit möglich, dass mit einem Tischtelefon oder Softphone mit einer Mobilfunknummer rausgerufen werden kann.

Die Investitionskosten für GSM-Gateways sind sehr hoch. Die Anschaffung sollte daher nur dann realisiert werden, wenn mittel- bis langfristig Kosten eingespart werden können.